Das volk

- Ein kleines Volk mit eigener Verfassung, die auf dem Evangelium gründet

 

- Für den Staat ist es eine zivile Vereinigung

 

- Für die Kirche ist es eine Pfarrei

 

- Gesetze, Wahlen und Beschlüsse müssen einstimmig bestätigt werden

 

- Nomadelfia ist eher ein gemeinschaftlich zusammenlebendes Volk als eine Gemeinschaft. Es hat seine eigene Geschichte, seine eigene Kultur, sein eigenes Gesetz, seine eigene Sprache, seinen eigenen Lebensstil, seine eigene Tradition. Es ist eine Bevölkerung mit all ihren Mitgliedern: Männer, Frauen, Priester, Familien, Kinder.

 

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SO WIRD MAN NOMADELFE. Man wird nicht als Nomadelfe geboren, sondern entscheidet sich freiwillig dazu. Viele Kinder treten aus der Gemeinschaft aus, sobald sie volljährig werden. Diejenigen, die Nomadelfi werden möchten, einschließlich der Kinder, müssen eine Anfrage stellen, um für eine Probezeit von drei Jahren aufgenommen zu werden. Wenn diese Zeit um ist und sie aufgenommen werden, unterzeichnen sie die Verfassung auf dem Altar vor dem ganzen Volk.

Wer Nomadelfe wird, verpflichtet sich ein Leben lang. Dennoch steht es ihm frei, jederzeit aus der Gemeinschaft auszutreten.

 

ALLE GÜTER GEHÖREN DER GEMEINSCHAFT. Die finanziellen Mittel stammen aus der Arbeit, dem gesetzlich zustehenden Kindergeld für die aufgenommenen Kinder und aus der Vorsehung, besonders durch Apostolatsaktivitäten wie Medien, Serate und Treffen. Die Nomadelfen müssen den Anordnungen der zuständigen Verantwortlichen gehorchen und müssen bereit sein, jegliche Initiative, Arbeits- oder Wohnortswechsel zu akzeptieren.

 

DIE RELIGIÖSITÄT. Nomadelfia gründet auf dem römisch-katholischen Glauben.

Die Kirche hat Nomadelfia als Bevölkerung anerkannt und 1962 zur Pfarrei erhoben. Was den Gottesdienst, die Glaubenslehre und die Sitten angeht, so unterstellt sich Nomadelfia den Richtlinien der katholischen Kirche.

 

DIE VERFASSUNG.Für den italienischen Staat ist Nomadelfia eine zivile Vereinigung, die in Form einer Arbeits-Genossenschaft zusammengeschlossen ist. Innerhalb der Gemeinschaft besteht eine Verfassung, die auf dem Evangelium gründet und auf die Organisation der Rechtsstaaten verweist.

Nomadelfia ist eine direkte Demokratie: alle effektiven Nomadelfen (alle diejenigen, die die Verfassung unterschrieben haben), gehören der Versammlung an, welche die gesetzgebende Gewalt ausübt und die verfassungsmäßigen Ämter erwählt.

Gesetze, Beschlüsse und Abstimmungen für die verfassungsmäßigen Ämter werden mittels Majoritätsbeschluß angenommen und müssen einstimmig bestätigt werden.

Der Vorstand übt die Exekutivgewalt aus aund organisiert das tägliche Leben

Das Ekonomat besorgt die Verwaltung.

Der Ältestenrat erwählt und kontrolliert das Ekonomat und amtet als Schiedsrichter in Ermangelung der Stimmeneinhelligkeit der Versammlung.

Das Richterkollegium greift in Streitfällen ein und überwacht die Verfassungsmäßigkeit der Handlungen aller Organismen.

Der Nachfolger des Gründers ist ein Priester. Er gewährleistet den harmonischen Ablauf des Zusammenlebens gemäß dem Sinne des Gründers, des Evangeliums und der Verfassung.

Aus der VERFASSUNG der BEVÖLKERUNG von NOMADELFIA

 

Artikel 2 - Voraussetzungen um Nomadelfi zu sein:

Nomadelfen können Männer und Frauen sein, die:

- das 21. Lebensjahr vollendet haben;

- Katholiken sind, die sich offen zu Glauben und Moral der Lehre der katholischen Kirche bekennen;

- auf jegliches Privateigentum in jeder Form verzichten

- es akzeptieren, arm zu sein, d.h. gerade das zu haben, was sie für ein würdiges Leben brauchen.

- in ihrer Einstellung und ihrem ganzen Verhalten selbstlos sind;

- nicht als Angestellte dritter natürlicher oder juristischer Personen arbeiten;

- ihrerseits keine Arbeiter anstellen und sich nicht aus persönlichen oder familiären Interessen irgendwelchen Tätigkeiten widmen;

- sich nicht direkt oder indirekt die Arbeit anderer zunutze machen.

 

Artikel 4 - Mäßigkeit

Die Mitglieder von Nomadelfia müssen als Einzelne und als Volk den wahren Bedürfnissen des Menschen entsprechend anspruchslos und bescheiden, im Geist des Evangeliums und besonders der Bergpredigt leben. Letztere ist für Nomadelfia nicht nur ein Ratschlag sondern Grundlage des Lebens.

 

Artikel 47 – Einigkeit

Die Bevölkerung von Nomadelfia erlaubt keinen Streit unter den Mitgliedern.

Wenn Kontraste zwischen zwei oder mehreren Nomadelfi oder Postulanten (angehenden Nomadelfi) entstehen, soll dies unter freundschaftlicher Zurechtweisung bereinigt werden, wie es das Evangelium verlangt.

Wenn der Kontrast trotzdem anhält, sollen sie sich ans Richterkollegium wenden, das sich der Sache mit einem Verfahren nach Vorschrift annimmt.

 

Die familiengruppen

 

- Die Kinder werden den Familien mit den Worten Jesu anvertraut: Frau, siehe deinen Sohn; Sohn, siehe deine Mutter

 

- Solidarische Vater- und Mutterschaft

 

- 12 Familiengruppen, die aus 4 bis 5 Familien bestehen

 

- Die Gruppe lebt tagsüber in einem zentralen Haus, während sich die Schlafräume in getrennten Häuschen rundherum befinden

 

- Alle drei Jahre werden die Gruppen neu zusammengestellt

 

 

DIE FAMILIEN. In Nomadelfia leben zur Zeit etwa fünfzig Familien, die entweder von mamme di vocazione (Mütter aus Berufung) oder von Ehepaaren gebildet werden.

Die mamme di vocazione sind Frauen, die auf die Ehe verzichten und sich für eine jungfräuliche Mutterschaft entscheiden, um elternlose oder verwahrloste Minderjährige aufzunehmen und wie ihre eigenen Kinder großzuziehen, für immer. Auch die Ehepaare sind bereit, sie in diesem Sinne aufzunehmen.

 

DIE KINDER. Der Vorstand nimmt die Kinder im Namen der ganzen Gemeinschaft auf. Meist erfolgt dies auf Anfrage des Sozialamtes und der Justizbehörden. Die Kinder werden den Familien zugeteilt und anvertraut, im Wissen um die Bereitschaft aller Familien, jederzeit Kinder aufzunehmen. Diese Bereitschaft ist eine der wichtigsten Voraussetzungen um Nomadelfe zu werden.

Von 1931 bis zum heutigen Tag wurden fast 5000 elternlose oder verwahrloste Kinder in Nomadelfia aufgenommen. Die aufgenommenen Kinder werden am Altar den Müttern aus Berufung bzw. den Ehepaaren mit den Worten übergeben, die Jesus am Kreuz Maria und Johannes gerichtet hat: "Frau, siehe deinen Sohn. Sohn, siehe deine Mutter".

Die "solidarische Vater- und Mutterschaft" ist einer der wesentlichen Grundsätze: alle Männer und Frauen sind dazu bereit, die Vater- und Mutterschaft für alle Kinder zu übernehmen, auch für jene, die nicht ihrer Familie angehören. Sie sollen alle gleich behandeln und sich an der Erziehung aller Kinder beteiligen - einer gemeinsamen pädagogischen Richtlinie folgend, die sich am Evangelium inspiriert.

Wenn die Kinder volljährig werden, können sie frei entscheiden, ob sie bleiben oder aus der Gemeinschaft austreten wollen. In diesem Fall hilft man ihnen, Arbeit und Unterkunft zu finden.

 

Vor dem Abendessen spricht jede Familiengruppe einige Gebete.

 

DIE FAMILIENGRUPPEN. In einem zentralen Haus haben sie den gemeinsamen Speisesaal, die Küche und verschiedene Arbeitsräume (u.a. zum Waschen, Bügeln, Nähen...) während sich die Schlafzimmer in getrennten Häuschen rundherum befinden.

Vor dem Abendessen spricht man in der Gruppe miteinander Gebete, darunter einige Abschnitte aus dem Evangelium, die an die grundlegenden Aspekte des Lebens von Nomadelfia erinnern.

Nachrichten können jederzeit im Fernsehen angesehen werden, während von den restlichen Programmen eine Auswahl getroffen wird, die dann über Kabel vom eigenen Sender übertragen werden.

Am Samstagnachmittag werden die sog. Gruppenarbeiten verrichtet: Gartenarbeit, Instandhaltung der Häuser und sonstige Bedürfnisse der Familiengruppe.

 

 

FÜR DIE BEDÜRFNISSE. Es gibt keine Geschäfte, nur Magazine. Die Lebensmittel werden vom Lebensmittelmagazin verteilt. Ein Lieferwagen bringt den einzelnen Familiengruppen die Waren im Verhältnis zur Personenzahl und nach den Bedürfnissen des Einzelnen. Auch die Bekleidung erhalten die Nomadelfi vom Magazin.

In Nomadelfia ist kein Geld im Umlauf. Für die Bedürfnisse des Einzelnen und der Familien wendet man sich an die Administration.

All dies geschieht aber stets im Einklang mit dem Geist der Armut des Evangeliums.

 

 

DER WECHSEL DER GRUPPEN. Um zu vermeiden, dass die Familiengruppe zu einem Zentrum des Egoismus wird, und um die Bereitschaft zu fördern, mit allen zu leben und sich von Dingen loszulösen, löst der Vorstand alle drei Jahre die Familiengruppen auf und stellt sie mit anderen Familien neu zusammen. Die einzelne Familie bleibt natürlich immer vereint und nimmt nur die persönlichen Sachen mit sich.

 

Die schule

- Es gibt weder Noten noch Beurteilungen

 

- Der Schulbesuch ist bis zum 18. Lebensjahr verpflichtend

 

- die Lehrer sind überwiegend die Eltern und werden coordinatori genannt (Betreuer, Organisatoren)

 

- die Kinder müssen die Prüfungen der Pflichtschule des italienischen Staates ablegen

 

Die Schule von Nomadelfia ist "familiär". Sie entstand 1968, als die Eltern Nomadelfias vom Unterrichtsministerium die Ermächtigung erhielten, die Kinder in eigener Verantwortung zu unterrichten. Die Schüler sind verpflichtet, die Staatsprüfungen der Unter- und Oberstufe (nach dem 5. und dem 8. Schuljahr) als Privatschüler ablegen.

 

"LEBENDIGE" SCHULE. Sie ist "lebendig", weil jeder Augenblick des Lebens Schule ist - das familiäre, soziale und auch landschaftliche Umfeld, in dem die Kinder aufwachsen, hat schon an sich erzieherischen Charakter.

Die Schulgruppen nennen sich "Zyklen" und sind im Allgemeinen nach Alter, Interessen und Erfahrungen aufgeteilt.

Es gibt keine Benotung, keine Beförderung und kein Durchfallen.

Die Programme werden nach den pädagogischen Richtlinien von Nomadelfia entwickelt.

Der Schulbesuch ist bis zum 18. Lebensjahr verpflichtend. Wenn die Jugendlichen möchten, können sie dann an den staatlichen Schulen die Reifeprüfung ablegen.

 

DAS GANZE VOLK IST MITVERANTWORTLICH. Jeder Zyklus ist zwei coordinatori anvertraut, die in der Regel immer anwesend sind. In der Oberstufe und im Gymnasium werden spezifische Fächer von auswärtigen Lehrkräften unterrichtet.

Es werden zahlreiche Städte und Dörfer besucht, um das Leben der verschiedenen Völker zu erforschen. Die Texte und Zeichungen, in denen die Schüler Beobachtungen und Gedanken verarbeiten, werden in Büchern gesammelt, die das Nacherleben der Exkursionen ermöglichen. All dieses Material wird bei den Staatsprüfungen vorgelegt und erzeugt lebhaftes Interesse.

Viel Zeitraum wird den verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen wie Zeichnen, Musik und Gymnastik gewidmet. Besondere Bedeutung hat die Tanzschule, die die Kinder und Jugendlichen auf die Serate di Nomadelfia (Tanzaufführungen) vorbereitet.

 

Die arbeit

- es gibt weder Arbeitgeber noch Angestellte

 

- es gibt keine Ausnützung

 

- die Betriebe werden brüderlich geführt und alle sind mitverantwortlich

 

- Keiner wird bezahlt und es gibt keinen Privatbesitz

 

- Alle stehen für jede Art von Arbeit zur Verfügung

 

- schwere oder immer wiederkehrende Arbeiten werden gemeinsam erledigt

 

- es gibt keine Streiks und kein Schwänzen

 

 

 

DIE NEUE SOZIALE LÖSUNG: DIE BRÜDERLICHKEIT. "Weder Knecht noch Herr". In Folge dieses Entschlusses, den Don Zeno als Zwanzigjähriger nach der Auseinandersetzung mit seinem anarchistischen Freund fasste, arbeiten die Nomadelfi nur in den Betrieben der Gemeinschaft, stellen keine Angestellten ein und arbeiten nicht im Dienste anderer.

 

DIE BETRIEBE. Die Betriebe werden gemeinsam verwaltet und es wird keinerlei Form der Ausbeutung des Menschen über andere Menschen geduldet. Der Präsident ernennt für jeden Betrieb einen Verantwortlichen, der ihn in Einklang mit den anderen Tätigkeiten der Bevölkerung führt und über seine Arbeit Rechenschaft ablegt: gegenüber dem Vorstand, was die ordentlichen Tätigkeiten angeht und gegenüber der Versammlung, was die außerordentlichen Tätigkeiten betrifft.

 

VERFÜGBARKEIT. Es gibt keine Berufskarriere und alle stehen für jede Art von Arbeit zur Verfügung, zu der sie vom Vorstand angewiesen werden, welcher natürlich den Bedürfnissen der Gemeinschaft und den persönlichen Fähigkeiten Rechnung trägt.

Gewisse Arbeiten wie z.B. die Nachtwache, die Stallarbeit an Feiertagen oder die Begleitung von Besuchergruppen, werden abwechselnd von geeigneten Personen ausgeführt.

 

NIEMAND WIRD BEZAHLT. Im Gegenteil - es gibt keinerlei Form von Privateigentum sondern nur die Nutzung der Güter.

In Nomadelfia gibt es keine Arbeitslosen; Behinderte oder ältere Personen arbeiten nach ihren individuellen Möglichkeiten weiter - niemand fühlt sich nutzlos.

 

DIE ARBEITSZEITEN. An den Werktagen, einschließlich samstags, arbeiten die Nomadelfi am Vormittag 5 Stunden in den Betrieben, Werkstätten, Schulen oder Büros. Am Nachmittag kann die Facharbeit durch die lavori di massa (Massenarbeit) ersetzt werden, an denen sich die ganze Bevölkerung beteiligt.

 

 

 

Pfarrei

Pfarrei S. Maria Assunta di Nomadelfia (Hl. Jungfrau Maria)

 

Die erste gemeinschaftliche Pfarrei der Welt

 

"Ihr seid eine Pfarrei, die sich am Modell orientiert, das in der Apostelgeschichte beschrieben wird."

(Johannes Paul II. bei seinem Besuch in Nomadelfia am 21.5.1989)

 

Die Pfarrei wurde 1962 gegründet, als Don Zeno das Priesteramt wieder aufnehmen konnte und somit ihr erster Pfarrer wurde.

 

Es ist eine spezielle Pfarrei, da alle ihre Einwohner Teil der Gemeinschaft sind.

 

Auch die Priester der Pfarrei leben in der Gemeinschaft.

 

Alle nehmen an Sonn- und Feiertagen an den Gottesdiensten teil, da die Gemeinschaft aus praktizierenden, katholischen Freiwilligen besteht.

 

 

 

Gottesdienstzeiten (Sonn- und Feiertage)

 

Winterzeit: 11h/17h

 

Sommerzeit: 11h/18h

 

 

 

Die aktuellen Priester sind:

 

don Ferdinando (Pfarrer und Nachfolger von Don Zeno)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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