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Es
gibt weder den Arbeitgeber noch den Angestellter
- Es gibt keine
- Die Betriebe werden brüderlich geführt und alle sind mitverantwortlich
- Keiner wird bezahlt und es gibt keinen Privatbesitz
- Alle stehen für jede Art von Arbeit zur Verfügung
- Immer wieder zu verrichtende oder schwere Arbeiten werden gemeinsam
erledigt
- Es gibt keine Streiks und kein bewußtes Fernbleiben von der
Arbeit
DIE NEUE SOZIALE LÖSUNG: DIE BRÜDERLICHKEIT. "Weder Knecht
noch Herr". Kraft dieses Entschlusses, den don Zeno als Zwanzigjähriger
nach der Auseinandersetzung mit seinem anarchistischen Freund faßte,
arbeiten die Nomadelfen in den Betrieben der Gemeinschaft, stellen keine
Angestellten ein und arbeiten nicht im Dienste anderer.
DIE BETRIEBE werden brüderlich verwaltet und keinerlei Form
der Ausbeutung des Menschen über andere Menschen ist erlaubt.
Der Vorstand ernennt für jeden Betrieb einen Verantwortlichen, der
ihn in Einklang mit den anderen Tätigkeiten der Bevölkerung
führen und über seine Leistung Rechenschaft ablegen muß:
gegenüber dem Vorstand, was die ordentlichen Tätigkeiten angeht
und gegenüber der Versammlung, was die außerordentlichen Tätigkeiten
betrifft.
VERFÜGBARKEIT. Es gibt keine Berufskarriere und alle stehen
für jede Art von Arbeit zur Verfügung, zu der sie vom Vorstand
angewiesen werden, welcher natürlich den Bedürfnissen der Gemeinschaft
und den persönlichen Fähigkeiten Rechnung trägt.
Gewiße Arbeiten, wie z.B. die Nachtwache, die Stallarbeit an Feiertagen
oder die Begleitung von Besuchergruppen, werden abwechselnd von geeigneten
Personen erledigt.
NIEMAND WIRD BEZAHLT. Im Gegenteil, es gibt keinerlei Form von
Privateigentum sondern nur den Gebrauch der Güter.
In Nomadelfia gibt es keine Arbeitslosen; Behinderte oder ältere
Personen arbeiten nach ihren individuellen Möglichkeiten weiter;
niemand fühlt sich nutzlos.
DIE ARBEITSZEITEN. An den Werktagen, einschließlich samstags,
arbeiten die Nomadelfen am Vormittag 5 Stunden in den Betrieben, in den
Werkstätten, in den Schulen, in den Büros. Am Nachmittag kann
die Facharbeit durch die sogenannten "Massenarbeiten" ersetzt werden,
an denen sich die ganze Bevölkerung beteiligt.
DIE
MASSENARBEIT. Ihr Zweck ist es zu vermeiden, das wenige Personen gezwungen
sind, jene schweren und immer wieder zu verrichtenden Arbeiten durchzuführen,
die von allen getan werden können, wie z.B. das Entfernen von Steinen
von den Feldern, die Weinlese, die Olivenernte, das Beschneiden der Pflanzen,
der Bau neuer Räumlichkeiten, die Instandhaltung der Straßen.
Mit Hilfe mechanischer Ausrüstungen und der Massenarbeit wurden der
Damm mit einem künstlichen See von 300.000 m3 und eine Bewässerungsanlage
angelegt.
DIE AKTIVITÄTEN. Die Druckerei dient der Verbreitung mittels
Zeitschriften und Büchern des Vorschlages von Nomadelfia. Die Monatsschrift
"Nomadelfia ist ein Vorschlag", die 1968 von don Zeno gegründet wurde,
hat heute eine Auflage von 70.000 Exemplaren. Es werden auch von don Zeno
geschriebene Bücher, Erscheinungen über Nomadelfia und Texte
für den internen Gebrauch gedruckt. Zeitschriften und Bücher
haben keinen Verkaufspreis, sie werden auf Anfrage verteilt, und es werden
freie Spenden entgegengenommen.
Der landwirtschaftliche Betrieb bestellt 120 Hektar Land, betreibt die
Viehzucht, die Weinkellerei, die Ölmühle und die Käserei.
In der Werkstatt werden die Fahrzeuge der Gemeinschaft instandgesetzt.
Das Elekrolabor hat einen Fernsehsender für den internen Gebrauch
errichtet, der auch Programme und Dokumentarfilme verwirklicht.
Weitere Aktivitäten sind: die Schule, die Archive, die Schreinerei,
das Fotolabor, der elektrotechnische und der hydraulische Betrieb, die
Schneiderei, das Ambulatorium, die verschiedenen Büros.
Die Betriebe und Labors sind so aufgebaut, das die berufliche Ausbildung
der Jugendlichen möglich ist.
DIE
KULTUR. Die Kultur von Nomadelfia entsteht aus einem Glaubens-, Bewußtseins-
und Erfahrungsbesitz, die zur Nächstenliebe und zum Aufbau einer
neuen Gesellschaft drängen.
Eine Kultur zu besitzen bedeutet für don Zeno aber nicht nur "wissen"
sondern auch das zu leben, was man weiß: es handelt sich um den
Begriff der "lebendigen Kultur", eine Verpflichtung gegenüber der
Überzeugungstreue.
Um ihren Geist zu stärken und ihre Mission zu vertiefen, versammeln
sich die Nomadelfen jeden tag nach der Nachmittagsarbeit in einem Gemeinschaftsraum
oder in den Familiengruppen und hören sich die auf Band aufgenommenen
Überlegungen von don Zeno an und verfolgen den Text in Heften.
Manchmal befassen sie sich mit den Gesellschaftsproblemen mittels Dokumentarfilmen
oder Berichten eines Nomadelfen, der sich auf das Thema vorbereitet hat,
oder indem sie an Konferenzen auswärtiger Persönlichkeiten teilnehmen.
Oft nehmen an diesen Kursen auch die Kinder teil.
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