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Häufige Fragen

Will Nomadelifa sein Modell in der ganzen Gesellschaft verbreiten?

Nomadelfia ist eine persönliche Berufung, und jeder der die Freude eines speziellen Rufs hat, teilt sie anderen mit, ohne jemandem etwas aufzuzwingen. Es ist nicht unser Ziel, dass die ganze Welt zu einem Nomadelfia wird. Vielmehr wollen wir christliche Werte in unserem Leben durch Taten sichtbar machen und sie in sozialer Form im Alltag zu leben. Jeder versucht dies je nach seinen persönlichen Fähigkeiten, Möglichkeiten und Feingefühl.

Nomadelfia ist eine der zahlreichen Initiativen innerhalb der Kirche mit einer spezifischen Berufung und ist anderen Initiativen ebenbürtig. In der Kirche hat jeder von uns einen anderen Auftrag. Die grundlegenden Werte sind dieselben und leiten sich aus dem Evangelium ab. Die Brüderlichkeit hat nicht nur einen einzigen Weg, sich auszudrücken, sondern kann in verschiedenster Weise gelebt werden. Jedes Charisma folgt einem göttlichen Ruf und weist ihre eigene Schönheit auf.

Ist eine ganz vom Evangelium inspirierte Gesellschaft fundamentalistisch?

Nein. Der Fundamentalismus leugnet die Freiheit der Person zu Gunsten der Religion. Nomadelfia existiert heute, weil es in ein staatliches Umfeld eingebunden ist, in welchem die Ideenfreiheit, Religionsfreiheit, das Recht des freien Ausdrucks und des sich Zusammenschließens garantiert sind.

Außerdem schließt die Logik der christlichen Liebe im Vornherein jeden Fundamentalismus aus: das Evangelium wird niemandem und von keiner Instiution aufgezwungen, sondern beruht auf Freiwilligenbasis.

Die staatlichen Institutionen müssen das Prinzip der persönlichen Entscheidungsfreiheit respektieren. Don Zeno schrieb in einem Brief an „La Pira“: „Man muss keinen christlichen Staat schaffen, sondern einen Staat für alle.“ Anders gesagt propagiert er einen laizistischen Staat, der der Religionsfrage neutral gegenübersteht und das Zusammenleben unterstützt. Gerade der laizistische Staat berechtigt den Einzelnen, seine Ansicht der Gerechtigkeit und Ethik in die Politik einfließen zu lassen.

Was hat Nomadelfia einem Atheisten oder Andersgläubigen zu sagen?

Die Grundwerte Nomadelfias sind auch außerhalb der Kirche bedeutsam: Brüderlichkeit und Solidarität berühren auch Nichtgläubige.

Atheisten oder Agnostikern legen wir nahe, die universellen Werte zu fokussieren, die den Menschen ins Zentrum stellen. Die Liebe, der brüderliche Zusammenhalt, die Gerechtigkeit, die Solidarität, Gleichwertigkeit...alles Werte die jenseits der Religion ihre Gültigkeit haben.

Und wenn sich ein volljähriger Jugendlicher entscheidet, die Gemeinschaft zu verlassen oder an die Universität zu gehen?

Niemand kann dazu gezwungen werden, einer Berufung zu folgen, die nicht die seine ist. Junge Leute, die Nomadelfia verlassen haben machten verschiedenste Erfahrungen: Universität, Mission, Freiwilligeneinsätze, Lehre, Arbeit, Erasmus...und Nomadelfia wird immer ihre Familie bleiben. Wie alle, die studien- oder arbeitshalber ihr Zuhause verlassen, kommen sie, wann immer sie es wünschen oder brauchen, in die Gemeinschaft zurück.

Was geschieht, wenn ein Nomadelfe weggehen will?

Er ist nicht verpflichtet, die Gründe seiner Entscheidung kundzutun. Er wird lediglich darum gebeten, seinen Entschluss frühzeitig bekanntzugeben, damit der von ihm besetzte Aufgabenbereich nicht leer bleibt. Die Gemeinschaft gewährt ihm Zeit und Mittel für die Arbeits- und Wohnungssuche.

Wenn es kein Privateigentum gibt, kann man dann persönliche Gegenstände wie Fotos, Bücher, Kleider etc behalten?

Selbstverständlich ja. Der Besitz der Häuser, Autos, Haushaltsgeräte, Maschinen, Möbel usw ist gemeinschaftlich, aber man kann nicht ohne persönliche Gegenstände leben. Wir versuchen dabei nur, Dinge nicht über den tatsächlichen Bedarf hinaus anzuhäufen.

Darf man Musik hören und CDs oder Mp3 Player besitzen?

Natürlich, im Einverständnis mit den Eltern und der Gemeinschaft, die gemeinsame Richtlinien erstellen.

Werden in Nomadelfia die Fernsehsendungen zensuriert?

Nein. Man hat freien Zugang zu informativen, kulturellen, religiösen und sportlichen Sendungen. Wie viele andere Eltern haben wir beschlossen Unterhaltungsprogramme, Filme mit Gewalt oder irreführendem Inhalt einzuschränken und die Kinder vielmehr zum Spiel und zur Bewegung in der Natur zu ermutigen. Auch die Programme für Erwachsene werden gemeinsam ausgewählt, damit sie möglichst vielen gefallen und niemandes Sensibilität verletzen.

Darf man ein Handy besitzen, hat man Zugang zu Internet, Social Network und Email?

Aus erzieherischen Gründen wird dies nur Volljährigen zugestanden.

Nach welchen Kriterien werden die Familiengruppen zusammengestellt?

Es geht um Platzgründe, Zimmerverteilung, aber auch Bedürfnisse älterer oder behinderter Menschen. Auch das Gleichgewicht verschiedener Altersgruppen usw kommen ins Spiel.

Wann und wieviel wird in Nomadelfia gebetet?

Gemeinschaftliche Gebetszeiten sind täglich vor dem Abendessen und die sonntägliche Messe. Da wir eine Familiengemeinschaft sind, können wir von unseren Kindern nicht mehr abverlangen, als von jedem christlichen Laien erwartet wird. Natürlich ist jeder frei, Zeit für das persönliche Gebet zu finden, welchem die Anwesenheit der Kapelle in jeder Gruppe entgegenkommt. Unser ganzes Leben beruht jedoch auf einem lebendigen Glauben, jeder Moment im Leben will Gebet sein.

Gibt es in Nomadelifa Nicht-Katholiken oder Ehepaare gemischter Konfessionen?

Als Gäste, ja. Aber um definitive Mitglieder zu werden, muss man die grundsätliche Lebenseinstellung teilen, die für uns im katholischen Glauben konkret wird.

Sind alle Ehepaare dazu verpflichtet, Kinder aufzunehmen?

Ja. Die Bereitschaft hierzu wird als ein Akt der Gerechtigkeit und Brüderlichkeit angesehen und ist für unsere Berufung grundlegend.

Müssen die Nomadelfi ihr Vermögen dem Gemeinschaftsfonds überschreiben?

Ja, nämlich dann, wenn sei die Verfassung unterschreiben und definitiv Mitglied werden. Das Vermögen der Postulanten wird solange beiseite gelegt, bis sie eine definitive Entscheidung treffen

Ist Nomadelfia Selbstversorger?

Nein, und will es auch nicht sein. Wir müssen und wollen mit der Außenwelt auch wirtschaftlich verbunden sein, im dem wir ihre Rohstoffe kaufen und unsere Produkte abtreten.

Der Verkauf ist Mittel und nicht Zweck unseres Daseins. Die gerechte Güterverteilung liegt uns auch hierbei am Herzen, sodass wir einen Teil unserer Produktion Bedürftigen schenken. Bei der Preisbestimmungen versuchen wir die Spekulation zu vermeiden, in dem wir möglichst viele Aspekte miteinbeziehen: die Würde des Arbeiters und seiner Familie, die Einhaltung des Gesetzes, die Produkt- Arbeits- und Rohstoffqualität, die Umweltverträglichkeit, den Respekt der Konkurrenz und der lokalen Wirtschaft, etc. (handelt es sich dabei um ein lebensnotwendiges Produkt? wer kann es sich leisten, wer nicht?)

Nomadelfia und Politik

Nomadelfia ist nicht direkt politisch tätig, unterstützt keine Partei oder Bewegung. Dennoch steht die Politik in unserem Interesse, da es sich um eine Aktivität im Dienst des Gemeinwohls handelt. Die wahre Politik ist nicht jene des Fernsehers. Sie besteht vielmehr darin, nach eigenen Idealen zu leben, ein konkretes und authentisches Zeugnis zu geben. Wir tun dies auf unkonventionelle aber dennoch wirksame Art.

Sind Nomadelfi dafür qualifiziert, Minderjährige aus schwierigem Hintergrund aufzuhemen, die Traumas wie Verlassenwerden, Missbrauch erlitten oder an Verhaltensstörungen oder Beziehungsproblemen leiden?

Minderjährige, die zu uns kommen, werden uns vom Gericht nach einer gründlichen Fallstudie, zugewiesen. Sie werden weiterhin von Sozialassistenten betreut. Sofern es die Situation erfordert, können wir auf externe Fachkräfte zurückgreifen.

Man bedenke außerdem, dass die menschliche Wärme einer Familie und die positive Atmosphäre des Umfelds unverzichtbar sind, um Kinder großzuziehen. Dies umsomehr, alsdass diese aus verheerenden Verhältnissen stammen. Kompetenz allein genügt nicht für eine gute Erziehung, wie auch Liebe allein nicht ausreicht: Beide sind nötig. An erster Stelle bleibt jedoch die Liebe, und auf diesem Gebiet hat Nomadelifa langjährige Erfahrung.

Jedes Kind ist einzigartig, weshalb es keine allgemein gültigen Erziehungsformeln gibt. Vielmehr versuchen wir für jeden den richtigen Ton und das richtige Maß zu finden, um den Bedürfnissen des Kindes gerecht zu werden.

Wachsen die Kinder in Nomadelfia in einem abgeschlossenen Umfeld auf?

Einige fragen uns, ob unsere Kinder, die in einer geschützten Umgebung aufwachsen in welchem gleiche Prinzipien gelten, nicht zu sozial Untauglichen werden. Diesem Gedanken liegt die Überzeugung zu Grunde, dass die Pluralität verschiedener Erziehungsstile wertvoll seien und somit die Übereinstimmug in Erziehungsfragen bedeutet, Reichtum einzubüßen.

Unsere achzigjährige Erfarung spricht dafür, dass unsere Jugendliche sehr wohl fähig sind, sich ins Sozialgefüge einzupassen. Die gemeinsame Erziehungsarbeit scheint die Individualität des Einzelnen in keiner Weise zu beeinträchtigen.

In der Familiengruppe sieht sich das Kind ständig mit verschiedensten Charaktertypen, Verhaltensweisen, Erziehungsfeinheiten, Arten der Zuwendung usw. konfrontiert. Der Wechsel der Gruppen alle drei Jahre sorgt dafür, dass sich diese Vielfalt ständig erneuert. Die Schule hat bessere Chancen, Dynamiken wie Bulling oder Machtkämpfen unter den Schülern entgegen zu wirken, da sie auf die volle Zusammenarbeit der Eltern zählen kann.

Zudem sei zu bedenken, dass in Nomadelfia ständig Gäste anwesend sind und den Kindern so den Kontakt zu außenstehenden Gleichaltrigen ermöglicht. Meinungsverschiedenheiten und Kontraste, die daraus entstehen, sind eine wertvolle Gelegenheit für einen lebendigen Austausch mit der Umwelt, der im Leben unverzichtbar ist.

In diesem Zusammenhang wird die erzieherische Einheit zu einer Kraft, die den Kindern in aller ihrer Verschiedenartigkeit eine starke Identität verleiht. Dies bereitet sie auf die Herausforderungen der Gesellschaft vor, aus welchen sie als Akteure und nicht als Untaugliche hervorgehen.

Deshalb führen wir sie schrittweise und dem Alter entsprechend in die Pluralität der Ideen und Philosofien der Welt ein, was ein ständiger Austausch erfordert. Diese ständige Konfrontation ermöglicht es uns, gemeinsame Prinzipien und deren Motivationen wieder in Erinnerung zu rufen und in den aktuellen Kontext zu bringen.

Wichtig: wir wollen keine Nomadelfi züchten, sondern kritisch denkende, selbstständige Erwachsene heranreifen lassen, die Werte wie Brüderlichkeit, Solidarität, Gerechtigkeit ihre eigenen nennen.

Werden in der familiären Schule zivile Werte vernachläßigt?

Die familiäre Schule arbeitet mit den Lernzielen der öffentlichen Schule und legt besonderen Wert auf Prinzipien wie Solidarität, Respekt vor Institutionen, Legalität, Gewaltlosigkeit, Respekt vor Andersartigen. Diese Werte werden durch die typisch christlichen ergänzt und bereichert: Vergebung und Nächstenliebe. Letzteres gehört in den Bereich der elterlichen Erziehung und wird auch vom Staat als allgemeingültiges Recht angesehen.