Unsere Werte 

 

Die Werte, die uns beleben, stammen aus dem Evangelium und aus der Lehre der katholischen Kirche.

Die Solidarität steht dabei im Mittelpunkt: sei es in der Arbeit, in wirtschaftlichen Beziehungen oder in der Erziehung. Die Brüderlichkeit setzt den Menschen ins Zentrum. Wo nämlich die Grundbedürfnisse des Einzelnen nicht berücksichtigt werden, gibt es keine Gerechtigkeit.

Wir setzen uns ein, den Traum einer anderen Welt zu verwirklichen. Wir können die Welt nicht von heute bis morgen verändern, aber wir können damit beginnen, die beruflichen, familiären und sozialen Beziehungen zu unseren Nachbarn zu verändern.

 

Der Mensch und seine Bedürfnisse

Die Kirche lehrt uns, dass der Mensch ein im Körper wohnender Geist und zum ewigen Leben bestimmt ist. Jeder ist für das Heil geschaffen und deshalb fähig, das Evangelium in die Tat umzusetzen. Das Evangelium ist nicht nur praktikabel, sondern stellt den besten Weg für ein Leben in Fülle dar.

Der Mensch hat verschiedene Bedürfnisse: materielle, geistliche, emotionale, soziale und erzieherische. Er hat es nötig, zu lernen, zu arbeiten, in einer Familie aufzuwachsen und auf der Suche nach Gott zu sein.

Die soziale Gerechtigkeit besteht darin, diese Bedürfnisse zu berücksichtigen. Jeder Mensch trägt in sich eine tiefe Sehnsucht nach Liebe und Brüderlichkeit und es ist die Aufgabe der Gesellschaft, beides zu ermöglichen.

Im Laufe der Jahre hat uns die Kirche wichtige Bestätigungen dieser Vision gegeben. Zum Beispiel bekräftigt Paul VI. In der Enzyklika Populorum Progressio vom 26. März 1967, dass die menschliche Natur in sich ein Streben nach höheren Werten wie Liebe, Freundschaft, Gebet und Kontemplation enthält. In der Botschaft an die Völker Asiens, die Paul VI. Am 29. November 1970 in Manila selbst aussprach, sprach er von einem "integralen Humanismus", der genau einlud, den Menschen nicht als rein materielles, sondern als komplexes Wesen zu betrachten. das strebt nach der Verwirklichung höherer Werte. 

Von diesem Moment an wurde der Ausdruck "integraler Humanismus" weithin akzeptiert und im Lehramt der Kirche verwendet.

 

Die Brüderlichkeit

Wenn es stimmt, dass wir alle Kinder desselben Vaters sind, können wir den Bedürfnissen des Bruders nicht gleichgültig bleiben: Sein Schicksal hängt von jedem von uns ab. Brüderlichkeit ist der gegenseitige Wille, einander zu lieben und dasselbe Schicksal zu teilen. So gesehen wird Brüderlichkeit zum nachhaltigsten und wirksamsten Mittel gegen Armut.

Brüderlichkeit in den Wirtschaftsbeziehungen

Wir glauben, dass Wirtschaft und Arbeit den Menschen ins Zentrum stellen muss. Die materiellen Güter dienen dem Leben, aber die Würde des Menschen darf nie in Frage gestellt werden. Das Privateigentum ist kein exklusives und willkürliches Recht, sondern ein verantwortungsvolles Verwalten: was wir besitzen, ist ein Geschenk Gottes, und vor Ihm werden wir für unsern Umgang damit gerade stehen müssen.

Wir können unserem Nächsten gegenüber nicht gleichgültig sein: wir alle sind mitverantwortlich für das, was in unserer Umgebung geschieht - sei es individuell als auch sozial. Aus diesem Grund hat sich Nomadelfia für die christliche Armut entschieden, also nur das Nötige für ein Leben in Würde zu besitzen.

Diese Werte stimmen mit dem Katechismus der katholischen Kirche überein, besonders mit dem Prinzip der gerechten Güterverteilung.

Brüderlichkeit in der Arbeit

Die Arbeit ist eine wichtige Dimension der menschlichen Existenz. Sie dient der Selbsterhaltung und -verwirklichung und ist vor allem ein Tun mit Gott und den Mitmenschen, zur Erhaltung der Schöpfung und des gemeinsamen Wohles.

Nomadelfia lebt die Arbeit als Akt der Liebe zum Nächsten, so geben wir Gottes Liebe weiter.

Arbeiten bedeutet nicht nur, ein Feld zu kultivieren oder einen Stuhl zu bauen, sondern auch ein Kind zu ernähren oder mit einer älteren Person in Gesellschaft zu bleiben.  

Jede Arbeit hat ihre volle Würde, sie ist ein unmessbarer, unendlicher Wert.

Brüderlichkeit gegenüber den Kleinen

Jedes Kind hat das Recht in einer Umgebung aufzuwachsen, die ihm gestattet, die eigene Persönlichkeit zu entfalten. Es braucht vor allem menschliche Wärme, Zuwendung, Liebe und stabile Bezugspersonen

Daher ist es ein Beitrag zur Gerechtigkeit, sich verwahrloster Minderjährigen anzunehmen: Jedes Kind ist Kind Gottes, und wir alle sind für seine Zukunft verantwortlich. Wichtig: Alle Kinder haben das gleiche Recht auf Liebe.

Die Erziehungsarbeit verantworten alle gemeinsam. Das liebevolle und konsequente Umfeld ist entscheidend für die Persönlichkeitsentwicklung. Die Kinder lernen mit dem, was sie erleben, die Erwachsenen sind ihre Vorbilder.

Der Traum von einer anderen Welt

„Ich verändere die Gesellschaft und beginne bei mir selbst.“ Obwohl viel Zeit vergangen ist, seit Don Zeno diese Worte sprach, verwirklicht die Gesellschaft diese für uns wichtigen Werte der Gerechtigkeit und Brüderlichkeit kaum.

Arbeit ist ein Anliegen für junge Menschen, nicht nur, weil der Mangel an Möglichkeiten den Lebensunterhalt von sich selbst und der Familie effektiv verweigert, sondern auch, weil Arbeit, verstanden als persönliche Erfüllung, zu einem Privileg der Wenigen geworden ist, das darüber hinaus geht zum Nachteil der anderen Lebensbereiche, insbesondere der Betreuung von Kindern und älteren Menschen.

Die Kluft bei den Lebenschancen zwischen Ländern und zwischen sozialen Schichten nimmt weiter zu, während paradoxerweise die individualistische Suche nach materiellem Wohlergehen der am meisten akzeptierte, geteilte und ermutigte Wert in der Gesellschaft ist.

Die daraus resultierende Isolation und das Gefühl der Frustration spiegeln unweigerlich familiäre und soziale Beziehungen wider.

In den letzten Jahren gab es eine Blüte von Vereinen und freiwilligen Körperschaften, die versuchen, die Löcher der Welt, in der wir leben, zu "stopfen", aber es reicht nicht aus: Die Probleme unserer Gesellschaft müssen an der Wurzel gelöst werden.

Wir können die Welt nicht über Nacht verändern, aber wir können damit beginnen, die beruflichen, familiären und sozialen Beziehungen zu unseren Nachbarn zu verändern.